Kontextmedien
Der Bildgehalt eines Bildbandes (Fotografien, Zeichnungen) konnte auf dem Bildband selbst durch Titel, Untertitel, Zwischentitel und Zwischentexte kontextualisiert werden. Auch Informationen direkt im Bildfeld waren möglich
Bildband aus der DDR mit Zwischentexten
Bildfeld eines US-amerikanischen Bildbandes mit Titel, Untertitel und Informationen im Bildfeld
Hatten die Bildbänder keine Informationen auf dem Bildträger, existierten externe Kontextmedien. Auch wenn sich primäre Informationen auf dem Bildträger befanden, gab es in vielen Fällen weitere, externe Kontextmedien. Dabei konnte es sich um einfache Bildlisten, hand- oder maschinengeschriebene Texte, sowie gedruckte Texthefte handeln. Diese Vortragstexte wurden entweder zusammen mit dem Bildband in der Dose liegend geliefert, oder als separates Heft.
Insbesondere bei propagandistisch verwendeten Bildbändern kann sich die Textbotschaft wesentlich von der Bildbotschaft unterscheiden. Viele Vortragstexte vermerken ausdrücklich, dass sie nur als Überblick und Anregung gedacht sind, und der Inhalt vom Vortragenden angepasst werden soll.
Neben der Bilderklärung enthalten die Texte vielfach weitere wertvolle Informationen über die Entstehungsgeschichte des entsprechenden Bildbandes, weitere Möglichkeiten der Gestaltung des Vortrages (Musik, Gesang, Sprecher), sowie technische Hinweise. Nicht zuletzt zeigen handschriftliche Vermerke und Streichungen, wie die Vortragenden den Text adaptierten.
Hinweise für die Lichtbildarbeit aus CALIG-Vortragstexten, 1950er Jahre
Einige Verlage publizierten Bildband und Text als untrennbare Einheit, die dann nicht im Projektor, sondern nur in speziellen Betrachtern angesehen werden konnte (z.B. die Shortstrips von Encyclopedia Britannica). Neben den gedruckten Kontextmedien existierten auch Audiomedien: auf Grammophonplatte, Langspielplatte, Tonband und Kassette. Spezielle Projektoren erlaubten das synchrone Abspielen von Bild und Ton.